14.
Oktober
2015

Akzidenzdrucker stellt auf LED-Trocknung um

(v.l.n.r.) Gerhard Sperl, Betriebsleiter Druckerei Hertle GmbH, Robert Hertle, Geschäftsführer Druckerei Hertle GmbH, Dietmar Kaiser, Key Account Coordinator IST METZ GmbH

Die Kunden der Druckerei kommen hauptsächlich aus dem Großraum Stuttgart. Rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen im Zweischichtbetrieb typische Akzidenzen her: Grußkarten, Flyer, Broschüren, Kataloge etc. Individualisierte Online-Portale, in denen Kunden wiederkehrende Produkte beauftragen und anpassen können, wurden vor kurzem europaweit eingeführt. „Wir haben uns zum Mediendienstleister entwickelt“, so Geschäftsführer Robert Hertles Selbstverständnis des Familienbetriebs, der im vergangenen Jahr 65-jähriges Bestehen feierte. Interessant ist die Spezialisierung der Druckerei: „Wir machen all das, was Onlinedruckereien nicht anbieten“, so Hertle. Gemeint ist eine spezielle Verarbeitung beispielsweise mit Stanzung und Heißfolienprägung, digitale Personalisierung, aber auch Satz, Gestaltung, Druckvorstufe und spezielle Weiterverarbeitungsmöglichkeiten.

 

Vor kurzem hat die Druckerei Hertle eine LED-Härtungsanlage des Typs LUV 80 von IST METZ installiert. Die Motivation zur Investition kam dabei von außen: „Unserem Hauptkunden, einem Grußkartenverlag, waren schlicht die Lieferzeiten zu lang“, so Hertle. Drei bis fünf Tage mussten zur Trocknung der Karten eingeplant werden. Außerdem entstand ein erheblicher Zeit- und Personalaufwand beim Aussortieren der Makulatur. „Wir mussten effizienter werden und gleichzeitig die Qualität unserer Drucke verbessern. Aus Platzgründen entschieden wir uns für die Aufrüstung unserer bestehenden Heidelberg Speedmaster SM 74-5“, so Gerhard Sperl, Betriebsleiter der Druckerei Hertle GmbH.

 

LED war deshalb gleich ein Thema, weil Bogen durch die sofortige Aushärtung von Farben und Lacken und durch den Wegfall von Puder unmittelbar weiterverarbeitet werden können. So konnte die gewünschte Zeitersparnis erreicht werden. Motivation für die Umstellung auf LED-Technologie waren aber nicht nur kürzere Lieferzeiten. „Bislang drucken wir hauptsächlich auf Papier. Mit der neuen LED-Trocknung erhoffen wir uns eine Erweiterung unseres Substratportfolios, zum Beispiel um Folien“, so Sperl.

 

Der Entscheidung für ein konkretes UV-System gingen aber noch weiterführende Überlegungen voraus: Welche Technologie soll es sein? Wo liegen die Vorteile von LED? Wie funktioniert die Aushärtung? Wer könnte LED-Farben liefern? „Dass uns jemand ein System liefern kann, war klar, das Drumherum mussten wir abklopfen“, so Sperl. Bei einer Druckvorführung überzeugte er sich gemeinsam mit Geschäftsführer Robert Hertle von den Vorteilen der Trocknungstechnologie. „Wir haben gesehen, ja, es geht, und das Ergebnis ist qualitativ hochwertig“, so Hertle, der den Betrieb in der dritten Generation führt. Der Besuch der UV DAYS von IST METZ im Juni diesen Jahres gab noch einmal Aufschluss über die verfügbaren Farben. „Wir waren positiv überrascht, dass fünf, sechs Farbhersteller da waren, die LED-Farben anbieten. Bis dahin mussten wir von einem Bezug im Ausland ausgehen“, so Sperl. Tests werden jetzt ergeben, wie die jeweiligen Farben und Lacke sich verhalten und für die beabsichtigten Zwecke eignen.

 

Neben den neuen Farben brachte die Umstellung auf LED-Trocknung auch neue Verhaltensweisen an der Druckmaschine mit sich: „Von anderen Handschuhen über zwei verschiedene Spinde für Arbeits- und private Kleidung bis hin zur LED-Beleuchtung im Drucksaal – wir mussten erst mal einiges berücksichtigen und dazu lernen“, so Sperl. Er zeigte sich jedoch optimistisch, dass die Produktion nach einer Eingewöhnungsphase schnell wieder rund laufen werde.

zurück zur Übersicht
Ihre Ansprechpartnerin:

Katharina Clewing

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
+49 7022 6002-931