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Freundlich zur Umwelt und hart im NehmenLackierte Oberflächen haben zumeist funktionelle und dekorative Zwecke gleichzeitig zu erfüllen. Daneben gewinnen Umweltaspekte immer stärker an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund bietet die UV-Technologie die Möglichkeit, im Bereich der Lacktrocknung die Kriterien Umweltverträglichkeit und hohe Leistungsfähigkeit in Einklang zu bringen, wie der vorliegende Beitrag zeigt. Die UV-Härtung gehört nach Ansicht von Branchenexperten im Bereich der Oberflächentechnik zu den drei wichtigen Zukunftstechnologien neben wasserbasierten Lacken und der Pulver-Lackierung. Der Einsatz UV-härtender Lacksysteme eröffnet vor allem auch die Möglichkeit, die immer strengeren EU-Gesetze im Umweltbereich einzuhalten, erklärt Holger Maier, der beim Nürtinger UV-Anbieter IST METZ als Sales Manager für Spezialanwendungen verantwortlich ist. Günstiges Eigenschaftsprofil von UV-Lacken In Sachen ÿkologie kann die UV-Technik vornehmlich durch die Reduzierung bzw. Vermeidung von VOCs (Volatile Organic Compounds, d.h. flüchtige organische Verbindungen) punkten. Aber auch bei chemischen und mechanischen Beständigkeiten weisen UV-Lacke vielfach überdurchschnittlich gute Eigenschaften auf. Die hohe Kratzbeständigkeit ist ein wichtiger Vorteil von UV-Lackierungen. Bei Lippenstiftbehältern verhindert die widerstandsfähige Lackschicht ein Verkratzen der Oberfläche, wenn sie, wie üblich, in Handtaschen zusammen mit scharfkantigen Gegenständen wie Schlüsseln transportiert werden. Die UV-Technologie kann jedoch noch weitere Vorteile für sich verbuchen, wie Holger Maier erklärt. Er führt u.a. die gute Wirtschaftlichkeit durch hohe Produktionsgeschwindigkeiten sowie die schnelle Weiterverarbeitbarkeit aufgrund der kurzen Aushärtezeiten an. Die Aushärtung in Sekundenbruchteilen verhilft UV-Lackierungen auÿerdem zu einer deutlich geringeren Verschmutzungsneigung im Vergleich zu anderen Lacksystemen, bei denen üblicherweise lange Trockenöfen erforderlich sind. Bei Maschineninstallationen sind UV-Einheiten dadurch zudem wesentlich platzsparender als konventionelle Trocknungstechnik. Breites Einsatzspektrum Die genannten Vorteile sind der Grund für das breit gefächerte Spektrum an Einsatzgebieten für die UV-Lackierung. So hat IST METZ bereits zahlreiche UV-Systeme für industrielle Anwendungen geliefert. Ein Beispiel ist der Automobilbereich, wo Streuscheiben und Reflektoren für Scheinwerfer, Zierleisten, Lenkräder, Holzdekore, Radnaben oder Bremsbeläge im UV-Verfahren lackiert bzw. beschichtet werden. Ein weiteres typisches Einsatzgebiet ist die Lackierung von Kunststoffteilen, z.B. für Mobiltelefone. Das reicht bis hin zu Decklacken für Display-Oberflächen, wenn eine hohe mechanische Festigkeit gefragt ist, etwa weil das Handy mittels einem Stick bedient wird. Neben den bereits erwähnten Verpackungen für Kosmetika, z.B. Lippenstifte oder Flacons, werden auch so alltägliche Dinge wie Steckdosen mit UV-Lacken versehen. Härtung statt Trocknung Wenn sich Anwender für den Einsatz der UV-Technik entscheiden, haben sie es mit einer Umstellung von konventioneller Trocknung, sprich Verdunstung von Lösemitteln, auf eine Aushärtung einer Schicht mittels Polymerisation zu tun. Dafür ist spezielles Know-how notwendig, um die neue Technologie entsprechend in die Produktion zu integrieren. Dabei geht es beispielsweise um Fragen, was mit dem Overspray geschieht, welche Entsorgung erforderlich ist, ob sich überschüssige UV-Lackmengen zurückgewinnen lassen, oder welche Einhausung eine sichere Abschirmung der UV-Strahler gewährleistet? Um die effektive Nutzung der UV-Technik längerfristig zu sichern, empfiehlt Holger Maier eine regelmäÿige Reinigung und Wartung. Verunreinigungen von Lampen und Reflektoren führen zu unnötigen Leistungseinbuÿen. Eine Dotierung der UV-Lampen, z.B. mit Gallium oder Eisen, erlaubt ferner eine Abstimmung des UV-Systems auf bestimmte Einsatzgebiete. Das Regeln der Luftkühlung über Temperatur und Volumen stellt sicher, dass leistungsunabhängig konstante Betriebsbedingungen in der Anlage herrschen. In der Regel hält das Segment der industriellen Anwendungen noch viele Chancen für den Einsatz der UV-Technologie bereit, die noch technisches Entwicklungspotenzial besitzt. Die viel diskutierte LED-UV-Technologie, für die IST METZ ein eigenes UV-System konzipiert hat, sieht Holger Maier dabei weniger im kurzfristigen Fokus für den industriellen Bereich. Weitaus höhere Chancen für weitere Fortschritte traut er dagegen neuen Aggregaten zu, die z.B. mit optimierter Reflektorgeometrie arbeiten.
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